Sonntag, 5. Oktober 2008

Mein Gruß gilt heute allen die zu viel Arbeiten...

So es wird ja auch mal wieder Zeit das ich einen Artikel schreibe, aber irgendwie bin ich da die letzten Wochen nicht zu gekommen. Er werde dieses Mal nicht jeden Tag einzeln beschreiben, da sich doch so langsam sowas wie Alltag einstellt. Aber ein paar interessante Dinge sind durchaus vorgefallen in den letzten 2 Wochen...
Ich werde Versuchen trotzedem chronologisch zu bleiben, allso fangen wir an. Wie ich ja schon vor zwei Wochen berichtet habe, bin ich vorletzten Montag in einer neuen Abteilung angefangen. Ich habe dort mit einer südafrikanischen Firma Namens Iritron zusammen gearbeitet. Südafrikanische Firma heißt natürlich auch südafrikanische Arbeiter und die sprechen dann natürlich kein Englisch sondern Afrikaans oder Zulu, können alle aber auch gut Englisch... wenn man will kann man sich allso gut verständigen. Die sind mit einen Trup von mal sagen 10 Leuten, Werkzeugen und Container voller Material hier angerückt und haben sich dann hier noch ca. 10 lokale ungelernte Helfer geholt. Die Arbeit war am Anfang so wie man sich die Arbeit von Elektrikern vorstellt, das heißt Kabel von A nach B verlegen (nur, dass die die hier in so was ähnlichen wie Heizungsrohren verlegen, ist halt nen Industriebetrieb macht das verlegen aber nicht unbedingt einfacher), Schaltschränke anschließen, Lampen anklemmen und all son Zeug. Ich konnte endlich mal richtig mitarbeiten und so ging die Zeit dann auch einigermaßen schnell um. Das einzige was etwas gestört hat war, dass die noch länger Arbeiten, das hieß dann für mich 6 Uhr beim Frühstück sein, halb sieben los zur Arbeit, kurz zur Mittagspausen zurück und sonst bis um 6 Uhr auf Arbeit bleiben, Abend dann evtl. noch nen Bier trinken was essen, schlafen und dann wieder von vorne... Hab aber mit ganz netten Leuten gearbeitet und auf jeden Fall viel gelernt... Am Wochenende war dann eher ruhig.
In der zweiten Woche bin ich dann von den Elektrikern zu den "Boiler Makern" gewechselt, das bedeutete dann flecksen, schweißen, bohren und schleifen für mich. Gut für mich, da ich vorher noch nicht wirklich viel mit Metall gearbeitet habe...
Aber kommen wir zu letzten Dienstag, morgens ganz normal zur Arbeit und bis zum Mittag war auch alles wie immer. Als wir dann von Mittagessen zurück waren, saß ich noch im Bürocontainer und war am lesen während drei der Arbeiter (die einzigen drei Weißen die mehr oder weniger die Chefs, naja so ähnlich waren) sich in Afrikaans unterhalten haben. Ist dem Flämischen wie mir gesagt wurde sehr ähnlich, ich verstehe aber kein Wort. Als es dann wieder Zeit wurde zu Arbeiten, meinte einer der Arbeiter zu mir, "Hey Micha, los komm raus." oder so. Ich dachte es würde jetzt weiter gehen, aber nichts da. Der erzählte mir dann, dass die gerade eine eMail von ihrem Boss bekommen hatten und jetzt alle ihre Sachen zusammenpacken und so bald wie möglich nach Hause fahren... Ich dachte der wollte mich verarschen, aber anscheinend hatten die wohl kein Geld mehr bzw. irgendeine Rechnung wurde von Sierra Rutile nicht bezahlt. Die haben dann wirklich alle ihre Sachen geholt und in ihre Container gepackt. Natürlich konnten die dann nicht direkt zum Flughafen und nach Hause, aber gearbeitet wurde für die ab dem Tag nicht mehr. Für mich bedeutete das natürlich, dass ich wieder eine neue Abteilung gebrauchte. Ich bin dann zu Walter (meinem Boss) gegangen und der hat mich dann zum neuen "Power House" gebracht. Ja nach dem das alte "Power House" mind. 40 Jahre alt ist wird es auch mal wieder Zeit für ein neues. Dort arbeite ich jetzt mit einer weiteren südafrikanischen Firma namens Kentz. Die arbeiten Abend noch eine halbe Stunde länger, machen weniger Mittagspause, arbeiten Samstag den ganzen Tag und arbeiten sogar Sonntags(wo ich mich dann aber geweigert habe mitzukommen, da ich eh quasi kein Geld bekomme und Überstunden so weit ich weiß eh nicht bezahlt bekomme). Dort werden jetzt vier schwehröl Generatoren, mit ich meine jeweils 4 MW, gebaut. Eigentlich wollten die bis ende November fertig sein und ich würde noch sehen wie die das erste Mal gestartet werden, das wäre cool.
Am Mittwoch war ich dann noch auf einer riesigen Party, irgendwo ka wo war da ein Platz hab im Jungel mit nem kleinen Generator na Anlage und nen bisschen Licht. Dort wahren dann bestimmt 200-500 Leute (kann man irgendwie schlecht abschätzen), alle hatten Spaß, alle waren am tanzen, es war einfach eine super Stimmung. So hab ich mir ne Party in Afrika vorgestellt. Wir sind dann gegen 12 Uhr wieder auf den Heimweg aufgebrochen, noch einer kurzer Abstecher zu einen weiteren Bar (Menks). Ich hatten den Eindruck, das an dem Abend ALKOHOL im Spiel war, ich war auf jeden Fall nicht mehr ganz so Fit und vor allem der nächste Morgen war dann doch etwas anstrengend. Während der Arbeit am nächsten Tag hatte mich dann noch einer angerufen, der noch einen anderen Deutschen kannte. Alles etwas kompliziert zu erklären, aber wie sich herausgestellt hatte arbeitete der andere deutsche bei PW(der Bauxit Firma hier) ist aber am Freitag wieder nach Hause gefahren. Allso musste ich mich am Donnerstag ja noch mal kurz mit dem treffen. Was aber ohne eigenes Auto gar nicht so einfach war, denn das Camp der anderen Firma ist eine ganze Ecke weg. Allso jeden bei uns im Camp gefragt wie man das hinbekommen kann. Eigentlich gibt es hier so Motorradtaxis, aber die waren doch ziemlich teuer bzw. irgendwie ließ sich nicht so richtig eins auftreiben. Naja letztendlich hat sich Biju (der Campmanager von hier) bereiterklärt mich dort hinzubringen. Er fragte mich noch ob ich den ne Möglichkeit hatte zurückzukommen, hatte ich natürlich nicht aber ich dachte mir das bekomme ich dann schon irgendwie hin... Auf in die Bar von deren Camp, dort gab es dann neben dem einen Deutschen, noch 5 Iren und den ganzen Abend Freibier (da der Deutsche, man kann es kaum Glauben von seiner Firma die kompletten Spesen inlc. Alkohol und Zigaretten bezahlt bekommt). Es war mal wieder ganz nett nen bisschen Deutsch zu sprechen, mein Englisch ist zwar mittlerweile durchaus besser geworden, aber in Deutsch kann man sich dann doch noch besser verständigen, obwohl man sich nach ein paar Bier auch perfekt mit Iren unterhalten kann(auch ohne alles zu verstehen). Als ich dann so langsam beschlossen hatte wieder nach Hause zu wollen, stellte sich herraus, dass das doch nicht ganz so einfach ist. Ich hatte dann schon fast damit abgeschlossen die Nacht auf dem Sofa zu verbringen und am nächsten Morgen direkt zur Arbeit zu gehen, als der Deutsche und einer der Iren doch noch beschlossen nach Menks zu fahren. Für mich eine super Sache, konnte dann da noch ein Bier trinken und hab ich dann mit einen Motorradtaxi nach Hause bringen lassen.
Das Wochenende war eigentlich ziemlich ruhig, am Freitag bin ich gegen 9 Uhr ins Bett gegangen, da ich ja die letzten beiden Tage schon unterwegs war. Am Samstag war ja erstmal wieder 12 Stunden Arbeiten auf den Plan und abends war ich dann noch in drei verschiedenen Bars und den Sonntag hab ich dann so richtig genossen und bis 12 Uhr geschlafen. Eigentlich wollte ich heute noch zu irgendeinem See mit Strand fahren, aber irgendwie scheint meine Sonntagsplanung nie so wirklich zu funktionieren...
Insgesamt gewöhn ich mich so langsam an die Arbeit und es man bekommt etwas Routine, ich fühle mich so langsam ein wenig Heimisch...hab sogar mein Zimmer schon etwas eingerichtet

Nächste Woche mach ich evtl. einen Trip mit den anderen IAESTE-Studenten zu einer Insel. Bin ich echt mal gespannt drauf, mal ein paar andere Leute zu sehen, aber vor allen Dingen endlich mal hier raus zu kommen!!!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Michael, sind wieder zu Hause. Dein Bericht ist wirklich klasse, weiter so und eine schöne arbeitsreiche Woche wünschen Dir Mama und Papa

benni hat gesagt…

hey digga,

alles klar, digga?

wußte schon immer, zu viel arbeiten ist nicht gut! aber gut zu wissen, dass sich manche dinge nie ändern werden (zum thema trinkverhalten). ;)

wünsch dir auf jeden fall viel erfolg, was "außerbetriebliche" aktivitäten angeht, dass du ein bißchen rauskommst und land und leute kennenlernst.

grüße aus der hauptstadt,

benni

ps: und vergiss nicht, dein großer bruder hat heut geburtstag!

Anonym hat gesagt…

Hey Mucki,

wie schön, mal wieder was von dir zu lesen!! Sind jetzt umgezogen, aber aonsten gibs auch nicht so viel Neues aus deiner Heimat!!
Ist wohl echt schön, alleine zu wohnen, muss ich wohl zugeben!! David ist jetzt auch umgezogen!! Der hat ne Wohnung in Coesfeld, weiß nicht, ob du das auch schon mitbekommen hast!!
Dann wünsche ich dir noch viel Spaß bei deinem Abenteuer!!
HDL Jessi

reini hat gesagt…

Danke für den Gruß ;-) Obwohl noch Semesterferien darf ich jeden Tag für siebeneinhalb Stunden in die Uni. Dafür kann ich danach "Projektmanagement" (Wer's glaubt... ich jedenfalls nicht).

Bei Dir scheint ja alles ganz gut zu laufen, dem Eintrag nach zu urteilen. Schufte Dich nicht kaputt und so...

Gruß
Reini

Alper hat gesagt…

Heeeey Mucki!
Deine Stories hören sich manchmal echt spannend an. Fast wie ein Krimi ;-) Hauptsache es macht Spaß, dass ist das wichtigste, aber das scheint dir ja nicht zu fehlen. Nur die Arbeitszeiten scheinen da echt krass zu sein. Ich glaub die träumen dort von einer 40 Stunden Woche. Tja wirst dich Studi mal umgewöhnen müssen ne :-D

Schöne Grüße
Alper

Anonym hat gesagt…

Hallo Mucki,

ich habe von Hannah erfahren, dass es dich nach Afrika verschlagen hat. Ich finde das super und werde gespannt verfolgen, wie es dir ergeht (hoffe, dass ist okay).

Wir machen an der Schule übrigens am 20.3.2009, einem Freitag, ab mittags den zweiten Hochschulinformationstag, an dem die aktuellen Oberstufenschüler etwas von ehemaligen Schülern über ihr Studium erfahren. Da könnten wir dich super brauchen. Einige andere aus eurer Stufe machen auch mit. Solltest du zu dieser Zeit in Berlin und nicht in Gescher sein, könnten wir wahrscheinlich auch für die Fahrtkosten aufkommen.

Meinst du, das könnte klappen? Wir würden uns sehr freuen - vor allem darauf, dich wiederzusehen.

Lieben Gruß
Britta (Kamender)

Marie Reckers hat gesagt…

Hallo Michael,
ich bin eine Schülerin von dem BWV in Ahaus und ich mache nun das gleiche wie du gemacht hast, und miene Klassenlehrerin ist Frau Kamender. Und letzens war Anna (die in Australien war) bei uns, ich glaube die war bei dir inner Klasse?? Auf jedenfall wollte ich mal fragen ob du dich bei mir melden könntest? Denn ich hab viele fragen zu dem was du machst, weil ich sowas auch gerne nach dem Abitur machen würde. Lieber Gruß Marie
E-mail: reckers.marie@yahoo.de

Anonym hat gesagt…

Wow, wie man an einigen Kommentaren lesen kann, mangelt es nicht an Frauen und laut deiner Berichte auch nicht an Bier. Wllen wir hoffen, dass es so blebt und ich muss mir scheinbar keine Sorgen um dich machen ;-)
Es grüßt dich,
Teresa