Sonntag, 26. Oktober 2008

small, small, no problem in Freetown Part 2

Da ich in letzter Zeit mit kleinen technischen bzw. organisatorischen Problemen zu kämpfen habe, das W-LAN in meinem Zimmer funktioniert so gut wie gar nicht mehr, als ich das letzte mal ins Internet wollte, gab es den halben Abend kein Strom, naja und nach 10 Stunden Arbeit hat man dann manchmal auch einfach kein Bock mehr was geistreiches zu schreiben... Aber hier jetzt der zweite Teil meines Freetown Trips. Ich war stehengeblieben bei letzter Woche Mittwoch. Da ich mich in Freetown noch nicht auskannte, hatte ich beschlossen mit Anika, die in demselben Haus wie ich wohnte, mit zur Arbeit zu fahren um mir mal anzugucken wie das bei denen so ist. Also 6 Uhr aufstehen und an der Straße warten, das wir von einem der Mitarbeiter mit dem Auto mitgenommen werden. Eigentlich müssen die zwar erst um 8:30 Uhr anfangen, aber da ab 7 Uhr Rush-Hour ist und die einmal quer durch die Statt müssen, versuchen die halt vorher da durch zu kommen. Leider gab es nur an diesem Tag kleine Probleme mit dem Auto und somit haben wir eine Stunde an der Straße gewartet um dann doch im Verkehrschaos zu landen. Ca. eine Stunde später waren wir dann an der Sierra Leone Breweries Limited angekommen. Anika arbeitet genau wie Madeleine, eine weitere Deutsche, im Labor und Nils, auch Deutscher, arbeitet im Engineering Büro. Nachdem wir dann erstmal in Ruhe nen Kaffee getrunken hatten, ging es dann ins Labor. Und ich durfte dann dem Tast-test-Meeting beiwohnen. Da haben sich dann die Manager der Firma getroffen und über die Resultate der Labortests geredet und das Bier und das Brauwasser getestet. Eigentlich ne super Sache, morgens um 9 Uhr erstmal nen kühles Bier... nur leider war heute Morgen das Bier nicht gekühlte. Bevor ich mit Nils auf eine kleine Brauerreibesichtigung gegangen bin, wollte er noch eben seine Mails checken und ich bin noch mal eben runter vom Betriebsgelände und hab mir ne Schachtel Kippen gekauft. Ich weiß gar nicht ob ich das schon erwähnt habe, Zigaretten kosten zwischen 50 und 70 Cent die Schachtel :). Auf dem Weg dahin wurde ich mehrmals darauf hingewiesen, dass man mit Flip-Flops nicht auf dem Gelände herumlaufen darf, aber irgendwie ging das dann doch klar. Die Besichtigung war recht interessant, gerade die Abfüllanlage die 2006(???) neu Gebaut wurde war schon beeindruckend. Währe ich bis um 5 Uhr dageblieben hätte ich auch noch gratis Bier bekommen, denn für die Manager und IAESTE-Studenten gibt es in der hauseigenen Bar jeden Abend von 5 bis 7 Uhr freie Bewirtung. Da James gegen Mittag aber noch vorbeigekommen ist um ein paar Drinks für den IAESTE-Day zu besorgen, bin ich dann mit ihm wieder zum Office gefahren. Da die im Office noch irgendwas zu besprechen hatten, hab ich mich dann mit Ali abgesetzt und wir haben zu Fuß etwas die Stadt besichtigt. Eine Stadt voller Leben, voller Autos/Motorräder, Straßenhändlern, vielen Menschen und viel Lärm, richtig schön!!!! Nach einen kühlen Bier im Viktoria Park und dem Versuch eine Karte von Sierra Leone zu kaufen, 40000 Leons (ca.10 €) war mir dann doch zu viel, ging es dann wieder zurück zum Office, da noch einige Sachen für den Iaeste-Day erledigt werden mussten. Am Abend ging es dann erst nach China House, na Bar mit, dank Generator, kühlen Getränken, Musik und Licht. Was man in Freetown immer wieder feststellt, ne Taschenlampe ist schon ne feine Sache, denn ab 6:30 Uhr ist es dunkel überall dort wo es keinen Generator gibt... Gegen 22 Uhr wurden dann die ersten nach Hause gebracht und wir, MJ, Alli, Nils, Thomas und ich haben uns darauf vorbereitet in den Club (Paddys) zu gehen.

Paddys vom Hubschreiber (nicht von mir)

Dort angekommen mussten wir dank Nils keinen Eintritt bezahlen und haben uns bei ein paar kühlen Star Bier eine kleine Karaoke Show angeguckt. Paddys ist schon recht nett, direkt am Meer, mehrere Bars und später am Abend gab es dann auch noch Musik zum tanzen. Grundsätzlich ein gelungener Abend ich werde bestimmt nochmal wiederkommen!!! Gegen 4 Uhr war ich dann auch wieder zu Hause.
Donnerstag war dann Iaeste-Day. Wir sollten eigentlich um 9 Uhr abgeholt werden, was aber nicht ganz geklappt hat, da es Probleme mit dem Auto gab. Wir wurden dann gegen 10 Uhr abgeholt, und die ganzen anderen Gäste mussten dann eine Stunde auf uns warten. War nicht wirklich ganz so cool, da der Manager von der Brauerei und von der Firma die hier Coca-Cola herstellt da waren und noch einige andere wichtige Leute. Naja kann man aber auch nichts daran ändern... Dann gab es erstmal zwei Stunden mal mehr Mal weniger interessante Reden über Iaeste, von Studenten die im Ausland waren und natürlich auch von uns Studenten die jetzt in Sierra Leone sind. Nachdem es dann was zu essen gab und wir gefühlte Stunden darauf gewartet haben, dass das Auto wiederkommt haben wir uns auf zum Strand gemacht. Endlich Strand!!! wunderschön kaum Menschen, Palmen, Bier wird zum Handtuch serviert und weißer Sand so weit man gucken kann. Und dass alles direkt in der Stadt. Und wie mir gesagt wurde war das noch nicht wirklich einer der schönen Strände von Sierra Leone. Aber für mich war das schon perfekt!!! Nach ein wenig schwimmen (das Wasser ist lau warm) zwei kühle Bier hab ich mir noch zwei DVDs gekauft. Eine auf der angeblich 66 Filme mit Bruce Willis und eine mit 35 James Bond drauf, zusammen für ca. 5 €. Auf der Bruce Willis DVD sind zwar nur ca. 25 Filme drauf und bei der James Bond DVD hab ich mich verarschen lassen, denn es war keine CD drin, aber so schlecht ist es dann trotzdem nicht. Abends gab es dann noch ein kleines Dinner mit den ganzen wichtigen Persönlichkeiten und nach ein oder zwei, naja evtl. auch ein paar mehr Bier war es dann auch Zeit zum Schlafen.
Am Freitag bin ich mit MJ zum Fourah Bay College, der ältesten Universität in West Afrika gegangen. MJ musste sich einschreiben, und das ist dann nicht viel anderes als bei uns wenn man zum Prüfungsamt will, also anstehen und warten... Ich hab mich dann auf dem Campus umgesehen. War schon ziemlich interessant, ist halt sonne richtige Campus Uni und man kann dort glaub ich fast alles Studieren, ist vielleicht etwas Übertrieben, aber ist schon recht groß alles. Nur leider auch alles etwas heruntergekommen, z.B. die Bibliothek hat einen Wasserschaden in den zwei obersten Stockwerken, d.h. alles Bücher nass. Zum Mittagessen haben wir uns dann von einem der Professoren, den MJ kannte, einladen lassen. MJ hat mir dann auch noch die Studentenunterkünfte gezeigt, im Moment Wohnt da aber keine, weil die Studenten die während der Wahl auseinandergenommen haben. Der Grund dafür war, zwei Politische Lager die sich irgendwie bekriegt haben. So richtig konnte MJ mir das aber auch nicht begreiflich machen. Eigentlich schade den so schlecht sahen die Unterkünfte gar nicht aus, jeder Student ein kleines Zimmer für sich, passte halt so gerade nen Bett und nen Schreibtisch rein, aber das coole war, jeder hatte seinen eigenen Balkon mit schönen Blick über Freetown. Achja, da wir an diesem Tag kein Auto hatten, haben wir uns die ganze Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt, was zwar nicht immer ganz komfortabel ist, aber auf jedenfalls ein kleines Abenteuer für sich ist. Es gibt keine Buslinien oder sowas, sonder es gibt entweder Poda-Podas oder Taxen. Kostet dasselbe, eine Fahrt 1000 Leons (25 Cent) und entweder die schreien rum wo sie hinfahren oder mein schreit die selber an und wartet auf die Antwort. Am Nachmittag ging es dann erstmal wieder an den Strand, ich will euch ja in Deutschland nicht neidisch machen, aber 25-30°C, Sonne, weißer Sand, Meer und nen kühles Bier sind schon schön :).

Aberdeen mit Anika, Nils und meinesgleichen

Gegen Abend haben wir uns dann wieder auf die Socken gemacht um nen Kumpel von MJ zu besuchen, um später mit ihm zum China House zu gehen um zu feiern. Nen Alli-Burger (Brot mit Majo und Fleisch an der Straße gegrillte mit Zwiebeln), 2 Poda-Podas, und nem Gewitter später, haben wir dann noch ein paar Leute aufgelesen und nen Auto angeschoben und uns auf den Weg in irgendeine Bar gemacht. Der Kumpel von MJ handelt mit Schrot und scheint damit ganz gut Geld zu machen, auf jeden Fall war er ab jetzt unser Sponsor für Bier. Wir haben dann auf dem Weg zu China House noch Nils aufgesammelt und es uns dann dort gemütlich gemacht. Im China House gab es dann richtig gute Live-Musik (son bisschen Reggea und einheimische Musik). Nach reichlich Alkoholkonsum, netten Unterhaltungen und eine wenig Tanzen war es dann auch Zeit das Bett aufzusuchen, denn am nächsten Tag wartete auf mich noch die anstrengende Reise zurück nach Sierra Rutil. Ich muss unbedingt noch öfter nach Freetown, denn das ist auf jeden Fall mehr los!!!!
Sonntag wurde dann noch ein kleiner Abschied gefeiert und seid Montag bin ich wieder mehr oder weniger hart am Arbeiten. Leider warten wir im Moment auf Container und somit ist im Moment nicht ganz so viel zu tun. Aber wenn die da sind, wird evtl. bis 22 Uhr Abends gearbeitet, mal gucken ob ich mir das antu... Samstag war dann noch ein Fußballspiel von Kentz (der Firma mit der ich im Moment arbeite) gegen eine Mannschaft von hier. Eigentlich sollte ich auch mitspielen, aber da ich etwas spät war, was nicht meine Schuld war, habe ich mich als Zuschauer begnügt. Unter 200 Afrikaner war ich der einzige Weiße und somit für die Kinder eine große Attraktion. Hat großen Spaß gemacht, nur dass das Spiel leider nicht ordentlich geändert hat da es in den letzten Minuten einen großen Tumult gab. Warum weiß ich immer noch nicht so richtig, aber zum Ende hin haben sich dann alle wieder verstanden und es wurde noch bei Palm Wine und Bier etwas gefeiert. Nach dem Abendessen ging es dann noch auf eine kleine Kneipentour, die wie immer bei Menks endete und es wurde noch etwas gefeiert. Der Sonntag war wie immer eher zu ruhig, aber auch mal ganz angenehm. Ich hoffe das nächste Woche der Trip nach Tiwai Island klappt!!! dann sehe ich auch die anderen Studenten mal wieder...

Kommentare:

reini hat gesagt…

Hey Micha,

in Freetown scheint ja echt gut was los zu sein. Bier, Strand, Leute, gutes Wetter... kann man schon neidisch werden.
66 Filme auf einer DVD wären wahrscheinlich keine Freude gewesen ... wobei selbst bei 25 Filmen wird das kein HD-Genuss sein :D
Wieviele Stangen Glimmstengel darfst Du denn ausführen?

Gruß
Reini

Anonym hat gesagt…

Moin Mucki,

hört sich ja alles sehr cool an bei Dir. Ordentlich am feiern da drüben, hm? Sehr schön, sehr schön! Lass es Dir weiterhin gut gehen und genieß den Inseltrip. Drück Dir die Daumen das das klappt ;)

Gruß aus dem kalten Düsseldorf.
Marcel

Anonym hat gesagt…

hey micha,

hört sich nach urlaub an! spätestens jetzt bin ich wirklich neidisch!

ne frage nebenbei: haste meine mail bekommen? hab dir über web.de geschrieben, da mein hotmail-account hier nicht funktioniert.

joa, ansonsten weiterhin rock'n'roll!

benni

Teresa hat gesagt…

Mein nächster größter Trip geht auf jeden Fall nach Afrika...Du bist für mich Botschafter für Afrika geworden und ich hab so nen Bock, mit dir ein paar Bierchen auf ner Insel zu trinken!

Liebe und Frieden...und Punkrock und Sonnenschein,
Teresa aus Berlin AUS BERLIN!

Anonym hat gesagt…

Hey Mucki,
wirst hier schon gut vermisst... aber hört sich alles echt interessant an!! Was du nicht immer alles so erlebst!! ;)) *neid*
Bis bald hoffe ich!!
LG Jessi

Anonym hat gesagt…

michaaaaaaa!!!!
Ich vermisse dich:)
Alles sieht super aus...
Es freut mich...
Vielen vielen kuessen aus Beirut!
Tressia

Anonym hat gesagt…

Hey Michael,

Freetown,
Belebte Straße im Stadtzentrum, der Uhrenturm, das Wahrzeichen der Stadt -der Cotton Tree.

Google, Fotos aus Sierra Leone

Jürgen